Heimat- und Geschichtsverein Laudenbach kauft 3 geschichtsträchtige Bücher

Mit finanzieller Unterstützung der Sparkasse Miltenberg (Geschäftsstelle Kleinheubach) erwarb der HGV Laudenbach einige wertvolle Bücher, die bis vor wenigen Jahren noch Teil der Bibliothek des Laudenbacher Schlosses waren.
Vor dem Verkauf des Schlosses wurden, neben dem wertvollen Mobiliar des Schlosses, auch große Teile der Bibliothek der Familie Fechenbach versteigert. Darunter befanden sich viele Bücher aus dem privaten Besitz des letzten Würzburger Fürstbischofs, Georg Carl von Fechenbach. Diese kamen bei Hartung & Hartung, einem Spezialauktionator in München, im November 2005 und im Mai 2006 zur Versteigerung und so wurden die wertvollen Bücher praktisch in alle Winde verweht.

Dass jetzt drei der Folianten aus der Laudenbacher Schloss-bibliothek wieder aufgetaucht sind, ist eher einem Zufall zu verdanken. Bei seinen Recherchen zur Laudenbacher Geschichte bekam Gerhard Lang im Internet Kontakt zu Dr. Franz Stephan Pelgen, dem er in anderer Sache Unterlagen zukommen ließ. Dr. Pelgen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Mainz und Spezialist für alte Bücher und Handschriften. Irgendwann kam auch die Sprache auf drei Bücher im Besitz von Dr. Pelgen, die die Exlibris (Eigentumsvermerk) von Georg Carl von Fechenbach trugen. Hellhörig geworden fragte Lang nach, ob er sie denn 2005 in München bei Hartung & Hartung ersteigert habe. Als dieser bejahte, war klar, dass es sich um drei Bücher aus der Schlossbibliothek handelte. Umgehend informierte er den Vorsitzenden des HGV, Horst Eilbacher, und teilte ihm die eventuelle Verfügbarkeit der wertvollen Bücher mit. Dieser wiederum holte die Erlaubnis der Vorstandschaft ein, die Bücher zu erwerben. Nach einigen Verhandlungen konnte man sie, sogar ohne den Aufschlag zum damaligen Auktionspreis, kaufen und wieder nach Laudenbach zurückholen.

Georg Karl Ignaz Freiherr von Fechenbach zu Laudenbach wurde 1749 in Mainz geboren. Hier wurde er 1779 zum Priester geweiht und amtierte als Domdekan. Die Bücher stammen aus der Zeit, als er 1795 Fürstbischof von Würzburg geworden war. Nach der Säkularisation dankte er 1802 als weltlicher Herrscher ab, behielt aber seine Bischofswürde Er wurde 1805 zusätzlich Bischof von Bamberg, wo er 1808 auch starb.

Die vorliegenden Folianten behandeln die Mainzer Geschichte, der Laudenbach ja bis nach der Mediatisierung 1806 (Übergang an Baden) angehörte, von Anbeginn bis zum Jahre der Veröffentlichung 1727. Das dreibändige Werk des Georg Christian Ioannis (1658 – 1735) basiert grundsätzlich auf dem fünfbändigen Werk (1604 in Mainz veröffentlicht) des Nikolaus Serarius (1555 – 1609), welches Ioannis vervollständigte, mit Annotationen versah und bis zum Jahre 1727 fortschrieb. Somit sind diese drei Folianten nicht nur ein Quell historischer Begebenheiten sondern eben auch bibliophile Kleinode.

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