Präsentation Laudenbach Lied

Am 12.4.26 stellte der HGV-Laudenbach um 16:00 Uhr die mit Bildern unterlegte Fassung des ‚Laudenbach Liedes‘ im vollbesetzten Feuerwehrhaus vor. Der HGV-Vorsitzende David Breitenbach begrüßte die Zuhörerschaft, ganz besonders Bgm Distler und die drei anwesenden Alt-Bgm. Er bedauerte, dass Horst Eilbacher, der die hauptsächliche Recherche-Arbeit geleistet hatte, wegen Krankheit nicht anwesend sein konnte. 

Danach berichtete Breitenbach von den Nachforschungen Eilbachers. Horst wurde 2005 aktives Chormitglied. Bei einem Geburtstagsständchen wurde er erstmals auf unser Heimatlied aufmerksam, aber niemand konnte ihm sagen, woher Text und Melodie stammten. Damit begann die umfangreiche Recherche. Eilbacher erfuhr, dass Kaplan Gundersdorf (1938 – 1948 Seelsorger in Laudenbach) mit seinen Schülern das Laudenbach-Lied gesungen hatte. Von Alt-Bgm Alfred Zenger erhielt er eine schriftliche Aufzeichnung, die dieser 1967 gemacht hatte, als das Laudenbach-Lied sollte in ein Theaterspiel des TV einbezogen werden sollte. Da weder Text noch Melodie waren in Schriftform greifbar waren, sagten Mitwirkende der Theatergruppe in der Wohnung des TV-Vorsitzenden Willi Weiß den Text aus ihrem Gedächtnis auf und Zenger hielt die 5 Strophen schriftlich fest. Auf gleiche Weise wurde die Melodie rekonstruiert und notiert. Diese Niederschrift  diente Bernhard Dembinski (von 1968 – 2008 Dirigent des gemischten Chores) als Grundlage für seinen vierstimmigen Chorsatz. Jürgen Spall, seinerzeit Dirigent des Laudenbacher Blasorchesters, übernahm die Melodie in das Trio seiner Marschkomposition „Gruß aus Laudenbach“.

Im Zuge der 20 Jahre andauernden Nachforschungen erhielt Eilbacher Liedblätter, mal mit 5, mal mit 6 Strophen und leichten Textabweichungen. Solche Abweichungen gibt es auch bei der Melodie. Sein Sangesbruder Werner Schmitt stellte ihm eine Notierung mit der Bemerkung zur Verfügung: „So habbe mir des früher gsunge.“ Diese ‚ursprüngliche‘ Melodie hörte er im April 2024 zum ersten Mal bewusst, als er mit 2 Seniorinnen in seiner Wohnung Volkslieder und auch das Laudenbach-Lied gesungen hatte. Da wurde ihm bewusst, dass die Melodie des Chorsatzes von Bernhard Dembinski wie er kannte, wohl nicht die Originalversion von Pfarrer Gundersdorf war. Auf zwei Textblättern mit einem 6strophigen Text, die er enthalten hatte stand die Autorenangabe W. Wingerath. Karola Bauer berichtete ihm am 18.04.’07 telefonisch, dass Kaplan Gundersdorf erwähnt hatte, dass das Lied von einem Kurgast verfasst wurde, der mit dem Kraft durch Freude-Programm nach Laudenbach kam. 

Im Mai 2024, nach Bekanntwerden unseres Projektes, erhielt der HGV wieder ein Liedblatt mit der Urheberangabe W. Wingerath und dem Vermerk: „Herausgegeben und vervielfältigt von Ludwig Gundersdorf, Lokalkaplan, Laudenbach“ (aus dem Besitz von Ella Galmbacher). Das legt den Schluss nahe: W. Wingerath ist der Verfasser des Laudenbach-Liedes. Kaplan Ludwig Gundersdorf muss ihn gekannt haben. Anders lautende Aussagen zu den Verfassern des Heimatliedes sind damit wohl endgültig gegenstandslos.

Nun folgte die fünfminütige Vorführung des Laudenbach-Liedes mit Bilduntermalung. In jeder Strophe kamen andere Sänger zum Einsatz.  Die Strophen 1 bis 3 erklangen in der Urfassung, die Strophen 4 + 5 in der Fassung von Bernhard Dembinski. Die Tonaufnahmen, gesungen u.a. vom Chor ‚intakt‘ und den ‚Lollipops‘ wurden im Mai ‚25 gemacht. Das Bildmaterial, das uns unser schönes Laudenbach vor Augen führt, steuerte Felix Wöber bei, der auch dieses Video gestaltet hat. In diesem Zusammenhang dankte er auch den Sponsoren, der Raiffeisen-Volksbank Miltenberg und der Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg für ihre Unterstützung. Breitenbachs besonderer Dank ging auch an Bernadette Eck, die an vier Strophen mitgewirkt hatte und an Thomas Schmitt, der an 5 Strophen beteiligt war.

Nun wurde das Laudenbach Lied unter Begleitung von Thomas Schmitt am Klavier anhand der ausgelegten Liedtexte vom Auditorium in voller Inbrunst gesungen. Nach dem anhaltenden Applaus bedankte sich Breitenbach beim Publikum und meinte, dass der Erfolg des Projektes vielleicht auch eine Anregung für Nachbargemeinden sein könne, ähnliches zu versuchen. Er wünschte den Anwesenden noch einen guten Nachhauseweg und beendete die Veranstaltung.