Jahresgabe
Seit 2014 schicken wir unseren Mitgliedern zum Jahresanfang unsere sogenannte Jahresgabe. Darin enthalten ist jährlich ein relevantes Thema, das in dem Jahr ein Jubiläum begeht. Außerdem verteilen wir in dem Zuge auch den Veranstaltungskalender des neuen Jahres an unsere Vereinsmitglieder.
Unten finden Sie die Jahresgaben der vergangenen Jahre:
100 Jahre Mühlenspiel im Laudenbacher Wald
1926 *** 2026
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des HGV
Auf dem 413 Meter hohen Plateau des Fechenbacher Waldes zwischen Laudenbach und Rüdenau auf der „Alten Ruhe“ steht seit Menschengedenken am Wanderweg L1 ein Stein mit einem eingeritzen Mühlenspiel.
Eine Sage beschreibt den Grund so: Früher hätten die Menschen leidenschaftlich, oft mit großem Einsatz gespielt, sodass dies schließlich durch die Obrigkeit verboten wurde. Deshalb habe man die Steinplatte im Wald, nahe der Landesgrenze als Spielplatz genutzt, um im Ernstfall schnell flüchten zu können.
Aufgestellt wurde der heutige Mühlenspielstein im Jahr 1926 von Leonard Glenz (damaliger Besitzer des Gasthauses Goldener Engel), der sich stets um touristische Angebote in Laudenbach bemühte. Es wird vermutet, dass der Stein jedoch mindestens 220 Jahre alt ist. Vorher war der Stein an einer anderen Stelle aufgestellt, nämlich im Walddistrikt „Landel“ auf 280 Meter Höhe etwas abseits neben dem Wanderweg Nr. 6.
Zwei Ruhebänke erreichtet durch den CSU-Ortsverband Laudenbach laden heute zum Rasten ein. Im Jahr 2019 stellte die Gemeine Laudenbach eine Schutzhütte mit einem Hüttenbuch auf. In Zeiten von Wanderapps und Navigation via Smartphone ist das Laudenbacher Mühlenspiel in der Umgebung bekannter denn je, was an den Einträgen im Hüttenbuch sehr gut zu erkennen ist.
Liebe Freunde,
Für das neue Jahr wünschen wir Euch alles nur erdenklich Gute, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit!
Eure Vorstandschaft des HGV Laudenbach
(Foto: F. Weidner, Text: D. Breitenbach, 2026)
Der Bauernkrieg oder auch:
„Die Revolution des gemeinen Mannes“
1525 *** 2025
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des HGV
Vor genau 500 Jahren wurde der, in der deutschen Geschichte als Bauernkrieg bekannte, Aufstand blutig niedergeschlagen und die Aufständigen wieder „zur Raison gebracht“.
Die Ursachen dieser Erhebung, die allgemein als ein Glaubenskrieg angesehen wird, sind jedoch vielschichtiger und viel breiter gefächert. Dies spiegelt sich unter anderem in den sogenannten „Zwölf Artikeln“ sowie der „Bundesordnung“ wider, die bereits Anfang 1525 von den Führern der Aufständischen geschaffen und der Obrigkeit vorgelegt wurden. Hierin verlangen die Bauern u.a. die Abschaffung der Leibeigenschaft, verschiedener Frondienste, ungerechter Abgaben sowie die Rückgabe unrechtmäßig angeeigneter Ländereien an die jeweiligen Gemeinden.
Man bezog sich hierbei in weiten Teilen auf Bibelstellen, die ja seit Luthers Übersetzung in die deutsche Sprache, nun auch vom kleinen Mann gelesen werden konnten. Dieser Bezug auf die Bibel gab dem Aufstand wohl den Mantel des „Religionskrieges“.
Allerdings steckte hinter dieser Revolution des gemeinen Mannes (diese Bezeichnung wurde später gewählt, da nicht nur Bauern sondern auch Bürger, Bergknappen, Handwerker bis hin zu Rittern bzw. Angehörige des niederen Adels daran teilnahmen) weit mehr als die religiösen Überzeugungen der Aufständischen. Unterstützt sah man sich allerdings von den Freiheitsbotschaften, welche von den Reformatoren wie bspw. Martin Luther oder Thomas Münzer verbreitet wurden. Jedoch – die Religion machte nun mal nicht satt!
Man wollte in erster Linie den persönlichen Lebensstandard verbessern und wehrte sich gegen ungerechte Abgaben an den Adel wie auch an den Klerus.
Diese beiden letzten Gruppen hingegen wehrten sich gegen die Revoluzzer, da die Situation – wie sie bisher war – nun mal sehr einträglich für sie war und wiederum deren hohen Lebensstandard sicherte.
Jedoch wurden zum Erhalt dieses „Lebensstandards“ immer neue Steuern erfunden und durchgesetzt. Der sogenannte „Große Zehnt“ (analog zur Bibel, bestehend aus Getreide, Wein und Großvieh) wurde von den Bauern ja noch akzeptiert, wohingegen der „Kleine Zehnt“ (auf Kleinvieh und sonstige Feldfrüchte) bereits als nicht bibelkonform abgelehnt wurden. Gar nicht zu sprechen von weiteren, neu geschaffenen „Besteuerungen“ wie z. B.: der Weinzehnt (auf gekelterte Weine), Holzzehnt, Heuzehnt, Fleischzehnt (auf geschlachtete Tiere), der Neubruchzehnt (auf frisch gerodetes/urbar gemachtes Land), Etterzehnt (auf Erträge von Gärten und Feldern), Bergzehnt (im Bergbau) sowie der Kreuzzugzehnt wurden kategorisch verweigert.
Die vorgenannten Bezeichnungen der zusätzlichen Abgaben deuten hier bereits auf eine bestimmte Willkür hin.
Was die Verbreitung der Aufstände betrifft, so beschränkten sich diese überwiegend auf den süd- und südwestdeutschen Raum (teilweise bis in die Schweiz und nach Österreich) und waren auch nicht zentral organisiert.
Die einzelnen Gruppierungen (Bauernheere) nannte man „Haufen“. So etablierte sich unter anderem auch ein „Neckartal-Odenwälder Haufen“, dessen Führer für einen Zeitraum von nur 4 Wochen der berühmte Ritter „Götz von Berlichingen“ war. Götz war unter anderem zugegen als die sogenannte „Amorbacher Erklärung“ (Neufassung der 12 Artikel durch Hippler und Berlin) und der „Miltenberger Vertrag“ (hier schwor eine kurmainzische Abordnung auf die Amorbacher Erklärung) veröffentlicht wurde. Somit hatten sich die Städte Amorbach und Miltenberg wie auch das Erzstift Mainz den Bauern angeschlossen. Kurz vor ihrem Weiterzug nach Würzburg schloss sich ihnen auch Graf Georg II. von Wertheim an. Dies wohl in erster Linie um Stadt und Burg Wertheim vor den marodierenden Haufen zu schützen. Auch die Stadt Klingenberg schloss sich den Bauern an, was ihr, nach Niederschlagung des Aufstandes, teuer zu stehen kam. Auch über die Familie von Fechenbach wird in diesem Zeitraum einiges berichtet.
Zwar blieb Laudenbach selbst von den Bauern unbehelligt, das Wasserschloss Sommerau jedoch wurde nicht nur stark in Mitleidenschaft gezogen. Es wurde von den marodierenden Bauern niedergebrannt.
Dies nicht, weil der damalige Schlossherr, Albertus von Fechenbach, ein schlechter und ungerechter Herr gewesen wäre, sondern vielmehr weil ein liederlicher Müller namens Jacob Hock nach Miltenberg ging, dort die Bauernhorden aufstachelte und nach Sommerau führte um seinen eigenen Hass gegen seinen Herrn zu befriedigen.
Der Bauernaufstand wurde schließlich Mitte des Jahres 1525 blutig niedergeschlagen. Das Leben wurde dadurch für die Bauern zunächst noch schwieriger.
Was blieb war unendliches Leid, zerstörte Burgen, Schlösser und Klöster sowie (Schätzungen nach zu urteilen bis zu) 100.000 Tote.
Der eigentliche Religionskrieg ließ dann mit dem Dreißig-jährigen Krieg (1618-48) kaum mehr 100 Jahre auf sich warten.
Ob nun Religionskrieg oder Territorialkrieg, die Menschheit hat bis zum heutigen Tage nichts aus ihren Fehlern gelernt. Man könnte nun, wie bereits der hochgelehrte Erasmus von Rotterdam mit seiner zeitgenössischen Arbeit (aus 1509) „Stultitiae laus“, also seiner „Lobrede auf die Dummheit“, den heutigen Machthabern und Kriegstreibern den Spiegel vor Augen halten – allein, sie verstünden es nicht!
Liebe Freunde,
Für das neue Jahr wünschen wir Euch alles nur erdenklich Gute, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit sowie die Hoffnung auf eine friedlichere Welt ohne Kriege!
Eure Vorstandschaft des HGV Laudenbach
(Fotos und Bearbeitung: G. & S. Lang 2025 )
50 Jahre Ortsumgehung
1974 *** 2024
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des HGV
Seit nunmehr 50 Jahren fließt der Autoverkehr (zumindest in großen Teilen) nicht mehr durch die engen Straßen und Gassen Laudenbach’s. Nach der Beschlussfassung des Bundesverkehrsministeriums Anfang der 1970er Jahre wurde schließlich im Jahre 1974 begonnen, die heutige Umgehungsstraße zu bauen. Hierzu musste leider unser altehrwürdiger Bahnhof, der für unseren kleinen Ort fast einhundert Jahre lang das Tor zu größeren Städten wie Aschaffenburg und Frankfurt darstellte, der neuen Straßentrasse der B 469 weichen.
Durch den Anschluss an den Schienenverkehr konnten bereits im 19. Jahrhundert die Erzeugnisse der hiesigen Landwirtschaft schnell und zuverlässig in die großen Zentren verbracht werden, was schließlich auch für einen gewissen Wohlstand in unserem Ort sorgte.
Daneben kamen ab den 1950er Jahren auch die vielen Touristen (damals nannte man sie „Sommerfrischler“) per Schiene in unseren Ort sowie in die dahinterliegenden Ortschaften des Odenwaldes. Der damals neu gegründete Verkehrsverein (VVL) sorgte dafür, dass Laudenbach im gesamten Bundesgebiet bekannt wurde. Man durfte hier in den Jahren danach selbst Gäste aus Düsseldorf oder sogar aus Berlin begrüßen. Noch war der Automobil-verkehr relativ gering – was sich allerdings in den darauf folgenden Jahren und Jahrzehnten sehr schnell ändern sollte. In kürzester Zeit musste man erkennen, dass die engen Ortsdurchgangsstraßen für die stetig wachsende Zahl an Fahrzeugen nicht geeignet waren und es wurde begonnen, eine Ortsumgehung zu planen und zu bauen.
Laudenbach war einer der schwierigsten Engpässe im Maintal und so wurde hier auch relativ schnell reagiert.
Allerdings ist der Verkehr immer schneller gewachsen und so ist der zweispurige Ausbau der B 469 heute bereits nicht mehr zeitgemäß – ein drei- oder teilweise vierspuriger Ausbau ist hier seit längerer Zeit im Gespräch. Auch wenn die bisherigen „Notlösungen“ etwas Entspannung (vor allem bei der Verkehrssicherheit) brachten, bleibt die Entwicklung abzuwarten. Aber – vielleicht steht ja die aktuelle Klimakrise einem weiteren Ausbau entgegen!?
Warten wir’s also ab.
Liebe Freunde,
Für das neue Jahr wünschen wir Euch alles nur erdenklich Gute, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit – aber vor allem eine friedlichere Zeit ohne ständige Katastrophen-nachrichten in den Medien!
Eure Vorstandschaft des
HGV Laudenbach (Fotos und Bearbeitung: G. & S. Lang 2024)
1823 – 2023
„Mors certa – hora incerta“
(der Tod ist gewiss – nur die Stunde ist ungewiss)
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des HGV
Dieser Sinnspruch ist bereits im Matthäus-Evangelium (25.13) erwähnt und hat sich über die Jahrhunderte nicht geändert.
Und da nun mal der Tod gewiss ist, haben die meisten Kultur-völker Stätten angelegt, an denen sie ihre Toten begraben und besuchen konnten.
Wenn auch die Bewohner von Laudenbach wohl bis in das 16. Jahrhundert ihre Toten in Kleinheubach begruben, so ist zumindest ab etwa 1550 ein Friedhof hier erwähnt. Der erste Laudenbacher Friedhof war direkt um die Kirche angelegt, woher auch der Name Kirchhof stammt.
So beerdigte man seine Lieben im direkten Umfeld um die Kirche, man besuchte und betete für sie vor, während oder nach dem Kirchgang.
Im Jahre 1804 gab es dann jedoch eine Verordnung, wonach alle Friedhöfe nach „außerhalb des Ortes“ zu verlegen sind. Dies hatte wohl neben Platzgründen auch hygienische Gründe. Allerdings wurde diese Verordnung erst wieder 1812 aufgegriffen und man versuchte, diese umzusetzen. Vermutlich durch die Wirren der Freiheitskriege (1813 – 1815) gingen – zumindest in ländlicher Umgebung – jedoch noch weitere Jahre ins Land, bevor man sich dieser Sache ernsthaft annahm. In Laudenbach war dies im Jahre 1820 als man begann, außerhalb des Ortes, Land zu kaufen, um dort neue Begräbnisstätten zu schaffen. Zunächst entschloss man sich für ein Gelände am Bocksberg, gab dieses Vorhaben aber relativ schnell wieder auf, da der Boden dort nicht für eine schnelle und kontinuierliche Verwesung der Leichname geeignet war (dort wurden nur 7 Menschen beerdigt). Danach entschloss man sich für den heutigen Platz an der Miltenberger Straße. Dieser 3. Friedhof mit umlaufender Sandsteinmauer (damit die Toten auch nicht von Tieren in ihrer ewigen Ruhe gestört wurden) wurde im Juni 1823 fertiggestellt. Ein Beleg des Engelwirths Sebastian Arnold für die Bewirtung der Honoratioren der Gemeinde deutet auf eine Einweihung am 24. Juni 1823 hin. Bereits drei Tage später wurde als erster der Häcker Andreas Herkert auf diesem neuen Friedhof zu Grabe getragen. Bereits 1860 wurde der Friedhof zum Ort hin erweitert. Die Grablege der Freiherren von Fechenbach war bis 1882 in der Kirche selbst. Nach dem Bau der Gruftkapelle beerdigte man die Fechen-bacher Ortsherrschaft hier, wobei, durch das Aussterben des Geschlechtes, heute nur der letzte Fechenbacher, Friedrich Karl, sowie dessen Frau Bertha dort begraben liegen.
Liebe Freunde,
Für das neue Jahr wünschen wir Euch alles nur erdenklich Gute, Glück und vor allem Gesundheit!
Eure Vorstandschaft des
HGV Laudenbach (Fotos und Bearbeitung: G. & S. Lang 2023)
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer
des Heimat- und Geschichtsvereins Laudenbach
Der Begriff „Kipper- und Wipper-Zeit“ (ca. 1618 bis 1622) steht für die größte Inflation in der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (von 962 bis 1806).
Der Grund hierfür war eine vorausgegangene, katastrophale Münz- und Geldpolitik, gefolgt von den enormen Rüstungs-kosten des 30-jährigen Krieges. Diese zwangen die Herrscher dazu, „minderwertiges Geld“ in Umlauf zu bringen. Es wurden also Aufkäufer durch die Lande geschickt, die „hochwertige Münzen“ (also solche mit hohem Silbergehalt) aufkauften. Diese Münzen wurden dann eingeschmolzen, mit Kupfer vermischt und wieder als „minderwertigere Münzen“ in Umlauf gebracht. Der „Gewinn“ dieser Aktionen war so hoch und für die Herrschenden schließlich so verlockend, dass der Silbergehalt des Münzgeldes immer weiter reduziert wurde, in der Folge aber das Geld auch immer weniger wert war. Außerdem ging mit diesen Maßnahmen eine ständig steigende Inflation einher. Um dieser Einhalt zu gebieten, kehrte die Obrigkeit bereits in den Jahren 1623/24 wieder zur alten Reichsmünzordnung zurück; d.h. es wurden wieder „hochwertige Münzen“ mit hohem Silbergehalt geprägt und in Umlauf gebracht. Die daraus wiederum resultierenden, immensen Münzverluste und Kosten gingen dann allerdings zu Lasten derer, die diesen Missstand versursacht hatten.
Denkt man nun, dies sei ein Einzelfall in der Geschichte des
Geldes, so täuscht man sich gewaltig.
Selbst Friedrich der Große drehte – ebenfalls gezwungen durch enorme Rüstungsausgaben im 7-jährigen Krieg (1756 – 1763) – an dieser „Geld-Schraube“. Die Folgen waren auch hier wieder beträchtliche Wertverluste des Münzgeldes, einhergehend mit einer wahnsinnig hohen Inflation.
Waren in diesen Zeiten (also bis ins 19. Jahrhundert) noch
Gulden und Taler die Zahlungsmittel, so brach mit dem Kaiserreich und der Einführung der Mark 1871/72 (also vor nunmehr ca. 150 Jahren) eine neue Ära des Geldes an.
Bereits 1874 wurden die ersten Geldscheine (Reichskassen-scheine) des Deutschen Reiches ausgegeben. Jetzt waren allerdings der Geldentwertung praktisch überhaupt keine Grenzen mehr gesetzt.
Die (Papier-) Geldpolitik war eigentlich auf Gegenwerte für die ausgegebenen Banknoten ausgelegt und somit oblag es dem Staat, für diese Gegenwerte Sorge zu tragen.
Leider fühlten und fühlen sich die staatlichen Notenbanken diesem Prinzip bis zum heutigen Tage nicht wirklich so richtig verpflichtet.
So wurden beispielsweise nach dem verlorenen 1. Weltkrieg, als durch die Versailler Verträge (1919/20) enorme Repara-tionszahlungen an die Siegermächte zu leisten waren, in den Folgejahren immer größere Geldmengen gedruckt, für die faktisch keinerlei Gegenwerte im Land vorhanden waren. Dies mündete 1922 in eine Inflation, die sich im Folgejahr 1923 zu einer „Galoppierenden Inflation“ oder auch „Hyper-Inflation“ auswirkte. Jetzt wurde nicht mehr mit Geldscheinen sondern mit (Geld-) Bündeln gerechnet. Das Geld wurde von den Kindern teilweise als Spielgeld verwendet, es wurde sprichwörtlich mit Schubkarren transportiert und manchmal diente es sogar als Brennmaterial. Um diesem Wahnsinn entgegen zu wirken, schuf man 1923 eine neue Währung, die „Rentenmark“. Mit der Währungsreform und der neuen Währung hätte man Deutschlands Kriegsschulden mit einem Schlag von unbezahlbaren 154 Milliarden Mark auf sage und schreibe 15,4 Pfennige reduziert. Die Rentenmark hatte aller-dings keinen sehr langen Bestand und so kam dann bereits im Jahre 1924 die Einführung der Reichsmark.
Soweit die Theorie!
In Wirklichkeit allerdings hatte Deutschland seine Schulden in Goldmark zu tilgen, was de facto nicht zu bewerkstelligen war und schließlich, im Jahre 1939, zum 2. Weltkrieg führte. Auch jetzt wurde, aufgrund des enorm hohen Finanzbedarfs, den der Krieg generierte, wieder mehr Geld gedruckt und herausgegeben, als man praktisch zur Verfügung hatte. Auch war dies keineswegs durch Gegenwerte abgesichert. Kein Wunder also, dass diese Geldpolitik in den Jahren nach WK II (1945 – 1948) zu einer erneuten Inflation führte, gefolgt von der nächsten Währungsreform.
Am 21. Juni 1948 wurde schließlich die D-Mark das alleingültige Zahlungsmittel. Diese hatte bis zum Jahre 2001 Bestand. Ab den 1990-er Jahren war allerdings schon eine gemeinsame, europäische Währung in der Planung, die auch bereits seit 1999 für internationale Buchungen Anwendung fand.
Am 1. Januar 2002 – vor nunmehr also exakt 20 Jahren – erlangte diese neu eingeführte, europäische Währung, der EURO, auch für Privatleute Gültigkeit.
Im Moment zieht die Inflationsrate wieder an und der eine oder andere mag Angst vor einer erneuten Währungsreform haben. Aber – halten wir uns doch die Geschichte des Geldes noch einmal vor Augen – Währungsreformen waren immer im direkten Zusammenhang mit Kriegen zu sehen.
Und davon sind wir – so Gott will – weit entfernt.
Und – so Gott will – werden wir auch die Corona-Pandemie in den Griff bekommen und bald wieder zu einem „normalen“ Leben zurückfinden.
Dass die Spanische Grippe (1918 – 1920) in direktem, zeitlichem Zusammenhang mit der damaligen Inflationszeit stand, möchten wir hier sicher nicht auf COVID übertragen.
Liebe Freunde,
Für das neue Jahr wünschen wir Euch, Euren Familien und Euren Freunden alles nur erdenklich Gute, Glück und vor allem Gesundheit!
Und damit Ihr im Neuen Jahr immer „gut bei Kasse bleibt“, haben wir Euch noch ein paar Millionen Mark beigelegt.
Eure Vorstandschaft des
HGV Laudenbach
(Fotos und Bearbeitung: G. & S. Lang 2021/2022)
1870/71 – 2020/21
150 Jahre seit dem Deutsch-Französischen Krieg
Der Deutsch-Französische Krieg (Beginn Juli 1870) war als Dritter der sogenannten „Einigungskriege“ (1864 – Deutsch-Dänischer Krieg und 1866 Deutsch-Deutscher Krieg) auch gleichzeitig deren Letzter. An dessen Ende (im Mai 1871) stand die Einigung der deutschen Kleinstaaten zum Deutschen Kaiserreich unter Preußischer Führung.
Gleichzeitig steht dieser Krieg aber auch für eine neue Art der Kriegsführung im damals beginnenden Industriezeitalter. Neuartige Waffen und Waffensysteme begründeten ab sofort auch neue Arten der Kriegsführung mit enormen Opferzahlen (1870/71 waren in nur 10 Monaten 180.000 Tote und etwa 230.000 Verwundete zu beklagen).
Bei den Weltkriegen WK I (ca. 20 Mio. Tote) und WK II (ca. 70 Mio. Tote) wurden schließlich noch brutalere Waffen wie auch Kampfstoffe eingesetzt, so dass sich die Verluste noch einmal zu beinahe nicht fassbaren Zahlen steigerten.
Warum schreiben wir heute von Kriegen und Verlusten?
Nicht – oder besser gesagt nicht nur – wegen der „runden Zahl von 150 Jahren“. Nein! Wir erinnern an die Verluste, weil wir uns aktuell wieder in einem Kampf befinden. In einem Kampf gegen einen unsichtbaren, heimtückischen Feind. Einem Feind, gegen den wir nur mit neuester Technik, die es noch zu entwickeln gilt, bestehen können.
Und wir hoffen, dass wir, ähnlich wie die drei Laudenbacher auf dem Foto, die „soweit wohlbehalten“ aus dem 1870/71-er Krieg zurückgekehrt sind, auch unseren Kampf bestehen und am Ende der Pandemie zu einem einigermaßen „normalen Leben“ zurückfinden werden.
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer
des Heimat- und Geschichtsvereins Laudenbach
Das Jahr 2020 war nicht einfach. Corona hat nicht nur die Wirtschaft sondern in erster Linie das private wie auch das gesellschaftliche Leben nahezu zum Erliegen gebracht. Unsere geplanten Vorhaben wie Vorträge, Ausstellungen etc. mussten hintan gestellt werden – im Klartext – wir haben Alles abgesagt bzw. verschoben, was nicht unbedingt sein musste. Diese Maßnahmen und Entscheidungen sind uns, weiß Gott, nicht immer leicht gefallen. Dennoch hat uns die Bevölkerung in diesen Entscheidungen bestärkt und diese mitgetragen. Hierfür sei Ihnen Allen ein herzliches Dankeschön gesagt.
Für das neue Jahr wünschen wir Euch, Euren Familien und Freunden alles nur erdenklich Gute, Glück und vor Allem Gesundheit!
Bleibt uns treu!
Eure Vorstandschaft des
HGV Laudenbach
(Foto von Original und Bearbeitung: G.&S. Lang 12/2020)
Fürstbischof Georg Karl
Freiherr von Fechenbach zu Laudenbach
* 20. Februar 1749 in Mainz
† 9. April 1808 in Bamberg
Georg Karl wurde am 12.03.1795 (also vor nunmehr 225 Jahren) in einer politisch äußerst turbulenten Zeit zum Bischof von Würzburg gewählt. Bisher waren die Fürstbischöfe in Franken seit Jahrhunderten sowohl die weltlichen (Fürst) als auch die geistlichen (Bischof) Führer. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 endete die Herrschaft der Fürstbischöfe auch im Herzogtum Franken.
Georg Karl hatte bereits Ende Oktober 1802 die Fürstenwürde niedergelegt, bestätigte jedoch im Januar 1803, dass er das Amt des Bischofs für das Bistum Würzburg fortführen werde, dies in Personalunion mit dem Bistum Bamberg, was er dann auch bis zu seinem Tode tat. Zuvor erlebte er jedoch noch den Niedergang des „Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation“ nachdem Kaiser Franz II. im Jahre 1806 die Kaiserkrone niedergelegt hatte.
Georg Karl verstarb, nur 59-jährig, von der Last der schwierigen Amtsgeschäfte gezeichnet, im April 1808 in Bamberg, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand.
Die Wirren dieser Zeit (Napoleonische Kriege, Säkularisation, Mediatisierung und schließlich Auflösung des Heiligen Römischen Reiches – alles innerhalb einer Dekade) stellten diesen „großen Sohn Laudenbachs“ vor enorme Aufgaben, die nicht immer leicht zu bewältigen waren.
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer
des Heimat- und Geschichtsvereins Laudenbach
Auch das Management des HGV ist nicht immer eine leichte Aufgabe. Hierzu bedürfen wir der tatkräftigen Mithilfe und Unterstützung unserer Mitglieder und Förderer. Diese haben wir auch im vergangenen Jahr wieder reichlich erfahren dürfen, wofür wir uns an dieser Stelle sehr herzlich bedanken möchten.
Für das neue Jahr wünschen wir Euch, Euren Familien und Freunden alles nur erdenklich Gute, Glück und Gesundheit!
Eure Vorstandschaft des
HGV Laudenbach
(Foto: G.&S. Lang 11/2019)
Segnung des Friedhofskreuzes sowie der Grabdenkmäler der Laudenbacher Schlosspfarrer Ludwig Prudlo und Jakob Henn
„Seit die Vergangenheit aufgehört hat,
ihr Licht auf die Zukunft zu werfen,
irrt der menschliche Geist in der Finsternis.“
(Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville, 1805 – 1859)
Foto: Silvia Lang (vom 18.11.2018)
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des Heimat- und Geschichtsvereins Laudenbach
Man könnte das Sprichwort des französischen Philosophen auch mit den Worten Wilhelm von Humboldts ausdrücken:
„Menschen ohne Vergangenheit haben auch keine Zukunft!“
Das Bestreben des HGV Laudenbach ist es nicht, die Asche der Vergangenheit zu hüten, sondern deren Feuer/Licht in die Zukunft zu tragen.
Dazu gehört auch das Bewahren und die Pflege der örtlichen Geschichte und ihrer Denkmäler.
Im vergangenen Jahr 2018 hat unser Fokus auf einigen schützenswerten Sandsteindenkmälern gelegen, die durch eine fachgerechte Restaurierung/Konservierung längerfristig vor dem Verfall bewahrt wurden.
Aber auch in Zukunft wollen und werden wir uns dem Erhalt von geistigem und materiellem Kulturgut unserer Gemeinde widmen und bedanken uns bereits heute für Eure tatkräftige Mithilfe bzw. Unterstützung.
Für das neue Jahr möchten wir Euch, Euren Familien und Freunden alles nur erdenklich Gute, Glück und Gesundheit wünschen.
Eure Vorstandschaft des
HGV Laudenbach
Innenleben der Laudenbacher
Kirchturmuhr
aus dem Jahre 1896
„Tempus fugit“
„Die Zeit flieht/eilt/zieht dahin“
Foto von Silvia Lang aus dem Jahre 2017
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des Heimat- und Geschichtsvereins Laudenbach
„Tempus fugit“ – eine beliebte, lateinische Sentenz, die uns vor Augen führen soll, wie „flüchtig“ die Zeit ist.
Ein beliebter Spruch auch an Uhren (speziell an Kirch-turmuhren). Die Laudenbacher Kirchturmuhr hat nach mehr als 120 Jahren „ausgedient“ und wird in 2018 als Dauerleihgabe dem Großheubacher Turmuhrenmuseum zur Verfügung gestellt.
1896 vom Fürstlich-Hohenzollerischen Hoflieferanten, der Firma Philipp Hörz in Ulm, gebaut, wurde die Laudenbacher Turmuhr mehrfach den modernen, technischen Gegebenheiten angepasst. Schließlich wurde ein komplett neues System im Glockenturm eingebaut, das die alte Turmuhr überflüssig machte. Beim Verein der Turmuhrenfreunde in Großheubach findet sie nun eine neue Heimat und kann dort gerne – auch unter fachkundiger Führung – besichtigt werden.
Für das neue Jahr möchten wir Euch, Euren Familien und Freunden alles nur erdenklich Gute, Glück und Gesundheit wünschen.
Eure Vorstandschaft des
HGV Laudenbach
1817 *** 2017
Laudenbach
seit 200 Jahren
bayerisch
Titelbild:
Grenzstein am „Scholle-See“, sogenannter „Dreimärker“
zweiseitig mit dem: Bayerischen Wappen
und den Buchstaben: „K“önigreich „B“ayern
sowie einseitig mit dem: Hessischen Wappen
und den Buchstaben: „G“roßherzogtum „H“essen.
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des
Heimat- und Geschichtsvereins Laudenbach
Vor nunmehr 200 Jahren, genaugenommen am
29. Januar 1817, kam Laudenbach als letzte
Gemeinde am Untermain zum Königreich Bayern. Eigentlich einigten sich die Staaten Hessen und Bayern zwar bereits Mitte 1816 auf den Übergang der Ämter Miltenberg, Amorbach und Kleinheubach und somit auch des Ortes Laudenbach zum Königreich Bayern, jedoch dauerte es noch bis zum 29. Januar des Folgejahres bis „letzte Unklarheiten“ beseitigt waren und Laudenbach endgültig bei Bayern verblieb.
Somit war Laudenbach nach einer kleinen Odyssee
(bis 1806 Kurmainzisch, im gleichen Jahr Großherzogtum Hessen-Darmstadt
am 06.10.1806 Großherzogtum Baden,
am 08.09.1810 wieder Großherzogtum Hessen,
dann 1816 respektive 29.01.1817 Königreich Bayern) schlussendlich bayerisch geworden.
Mit diesem kleinen Abriss zur Ortsgeschichte möchten wir Euch, Euren Familien und Freunden für das neue Jahr alles nur erdenklich Gute, Glück und Gesundheit wünschen.
Eure Vorstandschaft des
HGV Laudenbach
Reichsfreifrau Bertha von Fechenbach (geb. von Thüngen)
* 14.05.1857
† 02.10.1916
Abbildung:
Bertha von Fechenbach mit ihrem Ehemann Freiherrn Friedrich
Karl Konstantin bei der Sommerfrische Ende des 19. Jhdt.
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des Heimat- und Geschichtsvereins Laudenbach
Vor einhundert Jahren verstarb die Laudenbacher Ortsherrin, Freifrau Bertha von Fechenbach im Alter von nur 59 Jahren. Bereits seit 1907 Witwe, lies sie in den Jahren 1909/10 das Karolusheim erbauen, welches vorrangig als Kleinkinder-bewahranstalt gedacht war. Jedoch war auch eine „Handarbeitsschule“ integriert, in welcher die Mädchen Nähen mit neumodischen Nähmaschinen erlernen konnten. Auch Kochlehrgänge sowie Krankenpflegelehrstunden fanden regelmäßig statt, was den Laudenbacher Familien nicht nur direkt zugutekam sondern die Mädchen auch leichter Arbeit in gehobenen Haushalten der Städte finden ließ.
Dieser Segen für die Laudenbacher Familien wird auch heute noch als Kindergarten von der Kirchen- wie auch von der politischen Gemeinde betrieben.
Für das neue Jahr möchten wir Euch, Euren Familien und Freunden alles nur erdenklich Gute, Glück und Gesundheit wünschen.
Eure Vorstandschaft des
HGV Laudenbach
Innenhof des Laudenbacher
Schlosses mit Kapelle und
Durchgang zum Park
(erbaut Anfang 18. Jhdt.)
Abbildung nach einem ‚Aquarell Mitte des 19. Jhdt.
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des Heimat- und Geschichtsvereins Laudenbach
Unsere Grußkarte für das Neue Jahr 2015 steht ganz im Zeichen des Herrschaftswechsels vor 700 Jahren, als das Dorf Laudenbach im Jahre 1315 vom Grafen Heinrich von Rieneck an Götz von Fechenbach verkauft wurde.
Die Familie Fechenbach war dann für etwa 600 Jahre –
bis zum Erlöschen des Geschlechtes – die Laudenbacher Ortsherrschaft.
In diesem Sinne – bleibt uns auch im neuen Jahr gewogen. Unterstützt uns bitte auch weiterhin bei unseren Bestrebungen, die Laudenbacher Ortsgeschichte lebendig zu erhalten und für unsere Nachwelt zu dokumentieren.
Für das neue Jahr möchten wir Euch, Euren Familien und Freunden alles nur erdenklich Gute, Glück und Gesundheit wünschen.
Eure Vorstandschaft des
HGV Laudenbach
60 Jahre
Johannes-Kapelle
in Laudenbach
Baubeginn: 20.03.1954
Grundsteinlegung: 29.06.1954
Richtfest: 05.07.1954
Einweihung: 05.12.1954
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des Heimat- und Geschichtsvereins Laudenbach
Wir sind soeben gemeinsam in das
Neue Jahr 2014 gestartet.
Hierfür möchten wir Euch, Euren Familien und Freunden alles nur erdenklich Gute, Glück und Gesundheit wünschen.
Bleibt uns auch im neuen Jahr gewogen und unterstützt uns in dem Bestreben, unser kleines Laudenbach auch weiterhin lebens- und liebenswert zu gestalten.
Eure Vorstandschaft des
HGV Laudenbach