Anlässlich des 80. Jahrtages des Endes des Zweiten Weltkriegs veranstaltete der HGV Laudenbach am Volkstrauertag eine Ausstellung zum Thema „Laudenbacher Soldaten im Zweiten Weltkrieg“. Durch intensive Recherchen konnten zahlreiche Namen und Schicksale sowie Dokumente und Bilder aus dieser Zeit zusammengetragen werden. Die Ausstellung erinnert nicht nur an die gefallenen und vermissten Soldaten, sie berücksichtigt auch diejenigen, die nach ihrer Rückkehr das Leben in Laudenbach wieder neu aufbauen mussten.
David Breitenbach begrüßte die Besucher und stellte auch Herrn Meyer, den Sohn eines in Laudenbach gefallenen Soldaten, vor. Herr Meyer besucht seit den 50-er Jahren in jedem Jahr am Volkstrauertag das Grab seines Vaters in Laudenbach. Dazu reist er aus der Nähe von Hamburg an.
Zunächst las David Breitenbach aus der Laudenbacher Chronik vor, wie es dazu kam, dass zwei Soldaten bei der Öttinger-Mühle ihr Leben verloren. Eine Gruppe Soldaten sollte am 29.3.1945 eine Panzersperre an der Odenwaldstraße errichten, um die vorrückenden amerikanischen Soldaten aufzuhalten. Die Mühle war aber schon von Amerikanern besetzt und diese nahmen die deutschen Soldaten unter Feuer. Einige konnten sich nach oben in den Wald retten, diejenigen, die in Richtung Tal flohen, hatten keine Chance. Der Vater von Herrn Meyer war einer der beiden Unglücklichen.
Christine Ahner kam bei den Recherchen zu ihrem Beitrag zur Laudenbacher Chronik über den Friedhof ins Gespräch mit Herrn Meyer, der vor dem Soldatengrab stand. Sie schlug auf einer HGV-Sitzung vor, ihn zu der Veranstaltung im Feuerwehrhaus einzuladen. Er bedankte sich am Sonntag mit einem emotionalen Vortrag für die Einladung.

Herrn Meyers Vater stammte aus einer Familie mit 12 Kindern. Er heiratete im Frühjahr 1943 und musste kurze Zeit später in den Krieg ziehen. Sein Sohn, den er leider nie mehr sehen sollte, wurde im Jahr 1944 geboren. Meyers Vater schrieb während seiner Soldatenzeit viele emotionale Briefe an seine geliebte Frau. Aus dem letzten, der aus Birkenau bei Heidelberg kam, zitierte Herr Meier mit bewegter Stimme.
Herr Meyer bedankte sich bei Frau Rothenbücher für das Pflegen des Grabes seines Vaters. Er war mit seiner Mutter nach dem Krieg mit Fahrrad und Zelt durch den Odenwald, den sein Vater in seinen Briefen immer als so wunderschön bezeichnet hatte, nach Laudenbach zum Grab seines Vaters gekommen. Hier lernten sie die Familie Rothenbücher kennen. Er erinnerte sich auch an Hubert Eilbacher, der einmal mit ihm geflogen war. Über die Jahre entstand so eine emotionale Verbindung zu Laudenbach. Frau Rothenbücher schickte sogar einmal ein Ferkel zum Mästen an Herrn Meyers Mutter. Der Name des Ferkels war Adolf.
Nach Herrn Meyer gab Bürgermeister Stefan Distler noch ein kurzes Statement ab. Der Ort habe zwar einen Verlust durch die gefallenen Soldaten erlitten, aber nach dem Krieg seien auch viele Heimatvertriebene in Laudenbach heimisch geworden.
Zum Schluss dankte David Breitenbach noch Allen, die ein Exponat zur Verfügung gestellt hatten. Er bat auch zu bedenken, bevor man etwas Altes aus dieser Zeit wegwerfen wolle, ob man es nicht stattdessen dem HGV überlassen könne. Bei Herrn Meyer bedankte er sich mit einem Buch der Laudenbacher Chronik.