Norbert Allmann war 35 Jahre im Vorstand des Heimat- und Touristikvereins Vielbrunn. Er publizierte mehrere heimatgeschichtliche Bücher zu Vielbrunn. Unter seiner kompetenten Leitung startete die Führung am 29.6.25 um 16:00 am Gasthaus Einkehr im Bremhof. David Breitenbach freute sich, dass bei dem heissen Wetter doch 26 Teilnehmer ihr Interesse für die Geschichte der näheren Umgebung zeigten. Im Jahr 1905 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Mühle ein Wasserwerk errichtet. In einiger Entfernung und 12 Höhenmeter tiefer entstand das Pumpenhaus. Beide Gebäude erhielten Fassaden im Jugendstil.
Zunächst lief man ein paar Hundert Meter durch den Wald zum Gelände der ehemaligen Hangenmühle. Hier ging Herr Allman zunächst auf die Geschichte der Hangenmühle ein. Sie wurde um 1470 erbaut und belieferte Vielbrunn über den sog. Eselspfad mit Mehl. Zur Blütezeit der Mühle lebten dort im Jahr 1751 24 Menschen. Nach dem Tode des letzten Müllers Herrn Arras im Jahr 1888 übernahm die Geyersmühle die Belieferung Vielbrunns mit Mehl. Anno 1904 wurde die Mühle an die Gemeinde Vielbrunn verkauft. Die letzten Mauerreste der Mühle wurden 1930 an die Familie Stier zum Ausbau der Gaststätte verkauft. Im Jahr 1905 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Mühle ein Wasserwerk errichtet. In einiger Entfernung und 12 Höhenmeter tiefer entstand das Pumpenhaus. Beide Gebäude erhielten Fassaden im Jugendstil. Nach ca. 100 Metern erreichte die Gruppe das Pumpenhaus. Dort pumpte eine Hochdruck-Turbine, angetrieben von einem Peltonrad, das Wasser in den Hochbehälter von Vielbrunn – Höhendifferenz 168 Meter. Mit dieser Technik konnten bis zu 54 m3 pro Tag gefördert werden.

Von 1967 bis 1969 wurde die Anlage wegen steigenden Wasserverbrauchs durch Tourismus etc. erweitert. Allerdings musste die Anlage 1981 wegen kontaminiertem Trinkwasser durch Kolibakterien stillgelegt werden. Das Wasserwerk verfiel zunehmend, geriet in Vergessenheit und wurde schließlich unter Denkmalschutz gestellt. Das Peltonrad-Pumpwerk ist heute noch vollständig erhalten und wurde 1996 unter Leitung des Vereins Museumsstraße Odenwald-Bergstraße wieder gangbar gemacht. Bernd Weinthäter hatte die Anlage damals fachgerecht restauriert. Er führte sie der Gruppe im Pumpenhaus voller Stolz in Funktion vor. Inzwischen wird Vielbrunn durch einen Tiefbrunnen, der 284 Meter tief bis ca. auf Main-Level geht und 50 m3 pro Stunde liefert, versorgt. Der Wasserverbrauch der Gemeinde ist inzwischen wieder gesunken weil sich der Touristenstrom inzwischen in weiter entfernte Gegenden ergießt. Zum Schluss dankte David Breitenbach Herrn Allmann für seinen hervorragenden Vortrag und Bernd Weinthäter für die Vorführung der Technik mit einem kleinen Präsent.